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Holzknecht-Skijöring des Gosauer Offroad Team Rabenkogel
In Gosau im Salzkammergut, einer Gemeinde mit etwa 1800 Einwohnern, findet alljährlich zu Beginn des Jahres das Skijöring-Event statt.
Am Fuße des Dachsteins treten dabei keine Pferde, sondern leistungsstarke Motocross-Motorräder und Quads als Zugfahrzeuge vor die Skifahrer.
Was vor einigen Jahren als Experiment begann, hat sich mittlerweile zu einer etablierten Speed-Veranstaltung entwickelt, die jährlich Tausende Zuschauer anzieht.
Teilnehmer aus ganz Österreich und Bayern messen hier ihre Kräfte in einem spektakulären Wettkampf.
Die Veranstaltung ist kostenfrei zugänglich. Auch die Parkplätze stehen kostenlos zur Verfügung.
Geschichte des Skijörings

Skijöring hinter einem Pferd ohne Reiter.

Skijöring mit einem berittenen Pferd

Skijöring um 1920/1930
Foto: New England Ski Museum
Skijöring (wörtlich etwa „Schnurfahren“) ist eine traditionelle Wintersportart, die in den nordischen Ländern entstanden ist. Dabei wird ein Skifahrer an einem Seil von einem vorgespannten Tier – wie Rentier, Pferd oder Hund – oder einem Kraftfahrzeug, beispielsweise Motorschlitten, Motorrad oder Auto über eine abgesteckte Strecke gezogen.
Das Skijöring hinter Pferden beziehungsweise Maultieren wurde erstmals 1906 in St. Moritz (Schweiz) als Wettkampfsport ausgetragen.
Bei den Olympischen Winterspielen 1928 in St. Moritz war Skijöring hinter Pferden Demonstrationssportart, wurde jedoch aufgrund zahlreicher Unfälle als zu gefährlich eingestuft und nicht weiter verfolgt.
Im Rahmen der Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer wurde Skijöring mit Rentieren von den Samen (veraltet Lappen) als Showeinlage präsentiert.
Das Skijöring hinter Motorrädern gewann um 1925 an Popularität; 1931 fanden in Deutschland die ersten nationalen Meisterschaften statt.
Beim Skijöring hinter Motorrädern können auf geraden Strecken Geschwindigkeiten von über 80 km/h, teilweise sogar deutlich darüber erreicht werden. Die tatsächlich erzielte Geschwindigkeit hängt dabei neben der Motorisierung beziehungsweise dem Hubraum maßgeblich von den Pistenverhältnissen (z. B. Tiefschnee oder eisiger Untergrund), der Streckenlänge sowie dem Können von Skifahrer und Fahrer des Motorrades ab.
Beim Skijöring mit Pferden liegen die erreichten Geschwindigkeiten in der Regel zwischen 40 und 65 km/h.
Skijöring wird in verschiedenen Ausprägungen unter anderem in Österreich, Deutschland, Finnland, Italien, Kanada, Norwegen, Schweden, der Schweiz und Russland praktiziert.

Sprunghügel beim Leadville Ski Joring in Leadville, Colorado.
Foto: Kaila Angello

Skijöring mit einem Motorrad in Augustusburg (1963). Foto: Bundesarchiv, Bild: Gahlbeck, Friedrich.

Skijöring in Gossau (Salzkammergut)
(2025)
Foto: August Aust

Skijöring mit einem Pkw im Bregenzerwald (2006).
Foto: Josef "Pepe" Hammerer
Fotogalerie Skijöring in Gosau (Zusammenfassung)
Hier findest du eine Auswahl von 20 Fotos vom Holzknecht-Skijöring des Gosauer Offroad Teams Rabenkogel. Alle 64 Bilder sind auf der folgenden Seite verfügbar: → Fotogalerie Skijöring in Gosau.
Die Skijöring Veranstaltungen in Europa (Alpenraum)
Skijöring-Wettkämpfe in Europa werden vor allem in der Schweiz. Dazu zählt das renommierte White Turf in St. Moritz (Schweiz), dass traditionell im Februar stattfindet. Zudem gibt es regionale Rennen mit Haflingerpferden in Südtirol (Italien), die häufig im Januar oder Februar veranstaltet werden. Hinzu kommen vereinzelt kleinere Veranstaltungen, bei denen oft Pferd, Skifahrer und gelegentlich auch Hunde gemeinsam agieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Pferdesportarten im Schnee, wie beispielsweise in Gstaad (Schweiz).
Team Rabenkogel
Das Gosauer Offroad Team Rabenkogel veranstaltete im Winter 2025/2026 zum 12. Mal das Winter-Motocross im Rahmen des Schneespektakels in Gosau, direkt neben der Talstation des Hornspitzlifts. Zudem fand zum 11. Mal das größte und bekannteste Skijöring-Event mit Motorrädern und Quads statt.
Die Idee, ein Offroad-Team zu gründen, entstand 1996/97 bei den Freunden und begeisterten Geländefahrern Andi Gamsjäger, Heli Putz, Hermann Putz und Bettina Egger. Mittlerweile umfasst das Team 50 motorsportbegeisterte Enduro - und Motocross Fahrer aus dem Salzkammergut und Umgebung, davon sind 15 Mitglieder aktiv bei den Rennen dabei.
Schon beim ersten Rennen 2001 gab es einen unerwarteten Zulauf, es gab anstatt den erwarteten 40 Teilnehmer doppelt so viel Anmeldungen. Bald wurde die Obergrenze von 120 bis 140 Starter erreicht. 2026 waren in 2 Tagen alle Startplätze vergeben.
Das Offroader Team Rabenkogel nimmt circa 100-mal im Jahr an Rennen in Österreich und dem angrenzenden Ausland mit schönen Erfolgen teil. So gewann Heli Putz bereits in den 3 wichtigsten Enduro-Offroad Bewerben (ACC, HSV, RIMATO-Cup) aber auch bei den anderen Athleten sind Stockerlplätze gang und gäbe.
Ein Anliegen des Team Rabenkogel ist, dass Image der Motocross- und Endurofahrer aufzubessern, so wird ausschließlich auf zugelassenen Strecken trainiert.
Mehr Information findet ihr auf der Webseite → https://www.rabenkogel.at/
Holzknecht-Skijöring des Gosauer Offroad Team Rabenkogel
Zum elften Mal findet das größte und renommierteste Skijöring-Event mit Motorrädern und Quads statt. Spitzenathleten aus Österreich und Bayern treten jährlich beim Holzknecht-Skijöring des Gosauer Offroad Teams Rabenkogel gegeneinander an.
Die Veranstaltung ist in folgende Klassen unterteilt:
- Klasse bis 85 ccm (z. B. Husqvarna TC 85, KTM 85 SX)
- Oldtimer (Baujahr bis 2005) (z. B. Honda CR 250, KTM 200 ECX, Yamaha YR 250)
- Quad, 4-Rad angetrieben (ATV) (z. B. Polaris Sportsman, Can-Am Outlander)
- Quad, 2-Rad angetrieben (z. B. KTM 525 SX, KTM 450 SX)
- Klasse MX 2 (z. B. KTM SX 250, Yamaha 250, Kawasaki KX 125 M, Yamaha YZF 250, Honda CRF 250, Husqvarna FC 250)
- Klasse MX Open (z. B. Husqvarna TC 125, Beta 250R, Beta 300 RR, Gas Gas MC 250, Kawasaki KX 500, KTM SX-F 450)
Die Motorleistung der eingesetzten Fahrzeuge variiert je nach Klasse erheblich – von etwa 26 PS bei den kleineren Modellen wie der KTM 85 SX bis hin zu 70 PS bei den leistungsstarken Motorrädern der MX Open-Klasse, beispielsweise der KTM SX-F 450.
Ein besonderes Merkmal dieses Skijöring-Events ist der Einsatz extrem weicher Crossreifen ohne Spikes, wie etwa der Shinko R-525 Hybrid Cheater, die optimale Haftung auf Schnee gewährleisten.
Besonders hervorzuheben ist die große Altersvielfalt unter den Teilnehmern: Im Jahr 2025 gingen mit Selina Schnaitmann und Florian Auer aus Krispl im Bezirk Hallein zwei der jüngsten Starter im Alter von nur elf Jahren an den Start – ein beeindruckendes Zeichen für den Nachwuchs im Skijöring-Sport.
Am anderen Ende des Spektrums zeigte Franz Gasteiger aus Unterwössen im Landkreis Traunstein (Deutschland) mit seinen 47 Jahren als ältester Teilnehmer eine ebenso starke Leistung und beweist damit, dass dieser Sport Menschen jeden Alters begeistert und fordert.
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Text, Fotos und Videos: ©2026 August Aust. Ausgenommen publizierte Fotos in "Geschichte des Skijöring".
